verbinden


verbinden

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ver|bin|den [fɛɐ̯'bɪndn̩], verband, verbunden:
1. <tr.; hat mit einer Binde oder einem Verband versehen:
jmdm. die Augen verbinden; eine Wunde verbinden; die Verwundeten mussten verbunden werden.
Syn.: bandagieren.
2.
a) <tr.; hat untereinander in Berührung, Kontakt bringen, zusammenbringen, -halten und [zu einem Ganzen] zusammenfügen:
zwei Drähte [durch Löten, mit einem Knoten, mit einer Lüsterklemme] [miteinander] verbinden.
b) <+ sich> mit etwas zusammen-, in Kontakt kommen und dabei etwas Neues ergeben:
Natrium und Chlor verbinden sich zu Kochsalz.
3. <tr.; hat (durch etwas zwei Dinge oder Teile) zusammenbringen, miteinander in Kontakt bringen, in engere Beziehung zueinander setzen:
zwei Stadtteile mit einer Brücke verbinden; beide Orte wurden durch eine Buslinie miteinander verbunden.
4. <tr.; hat (jmdm.) ein Telefongespräch vermitteln:
verbinden Sie mich bitte mit meinem Büro; einen Augenblick, ich verbinde Sie; <auch itr.> einen Moment, ich verbinde.
5.
a) <tr.; hat (zwei Dinge, die nicht notwendig zusammengehören) zugleich haben oder tun:
er verbindet Großzügigkeit mit einer gewissen Strenge; sie verbindet immer das Praktische mit dem Schönen.
Syn.: verknüpfen, verquicken.
b) <+ sich> mit etwas zusammenkommen, zusammen auftreten [und dabei zu etwas Neuem werden]:
bei ihm verbinden sich Mut und Besonnenheit; damit sind große Probleme verbunden; das ist mit gewissen Schwierigkeiten verbunden.
Syn.: sich vereinen.
6. <tr.; hat eine Beziehung zwischen Personen herstellen und aufrechterhalten, die Grundlage einer Beziehung zu jmdm. sein:
mit ihm verbinden mich/uns verbinden gemeinsame Interessen; sie verbindet nichts mehr; sie waren freundschaftlich miteinander verbunden.
7. <+ sich> sich (zu einem Bündnis, einer Partnerschaft o. Ä.) zusammentun:
die Studenten wollten sich mit den Arbeitern verbinden; sich mit jmdm. ehelich verbinden.
Syn.: sich binden, eine Fusion eingehen, eine Koalition eingehen, gemeinsame Sache machen, sich liieren, sich verbünden, sich vereinigen, sich zusammenrotten, sich zusammenschließen.
8.
a) <tr.; hat in einen [assoziativen] Zusammenhang (mit etwas) bringen:
ich verbinde mit diesem Wort, Bild etwas ganz anderes als du.
Syn.: verknüpfen.
b) <+ sich> (mit etwas) in einem [assoziativen] Zusammenhang stehen:
mit dieser Melodie verbinden sich [für mich] schöne Erinnerungen.

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ver|bịn|den 〈V. 111; hat
I 〈V. tr.〉
1. (jmdm.) etwas \verbinden
1.1 mit einer Binde bedecken, schützen
1.2 einen Verband um etwas legen
2. jmdn. \verbinden jmdm. einen Verband anlegen
3. 〈Tel.〉 jmdn. (mit jmdm.) \verbinden eine Telefonverbindung zw. zwei Teilnehmern herstellen
4. etwas (mit etwas) \verbinden
4.1 〈a. fig.〉 verknüpfen (zwei Enden, Fäden)
4.2 zusammenfügen, ineinanderpassen (zwei Holzteile)
4.3 koppeln, aneinanderhängen (Maschinenteile, Wagen)
4.4 vereinigen, zusammenstellen (Zahlen, Sätze, Gedanken)
● uns \verbinden viele gemeinsame Interessen; jmdm. die Augen \verbinden (so dass er nichts mehr sehen kann); ein verletztes Bein, eine Wunde \verbinden; einen Verletzten \verbinden ● die Straßenbahnlinie verbindet den Vorort mit der Stadt; bitte \verbinden Sie mich mit dem Abteilungsleiter ● die \verbindenden Worte (zwischen einzelnen Vorführungen); er hat den Arm verbunden; wir fühlen uns (innerlich) sehr verbunden; falsch verbunden! 〈Tel.〉; ich bin Ihnen für Ihre Anteilnahme, Hilfe usw. sehr verbunden dankbar; die Sache ist mit Schwierigkeiten verbunden; das Zimmer ist mit dem Bad durch eine Tür verbunden; mit verbundenen Augen; die damit verbundene Mühe; die damit verbundenen Kosten
II 〈V. refl.〉 sich \verbinden
1. sich vermischen
2. 〈fig.〉 sich verbünden, sich zusammentun, heiraten
● sich ehelich \verbinden 〈fig.〉; sie haben sich fürs Leben verbunden 〈fig.〉; Mehl, Zucker usw. \verbinden sich mit Flüssigkeit zum Teig

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ver|bịn|den <st. V.; hat [mhd. verbinden, ahd. farbintan]:
1.
a) mit einem Verband (1) versehen:
[jmdm., sich] eine Wunde v.;
jmdm., sich den Fuß v.;
mit verbundener Hand;
b) (bei jmdm.) einen Verband (1) anlegen:
sie verband ihn, sich [mit einem Streifen Stoff].
2. eine [Art] Binde vor, um etw. binden, um auf diese Weise eine Funktion o. Ä. einzuschränken od. unmöglich zu machen:
jmdm. die Augen v.;
einem Tier das Maul v.;
mit verbundenen Augen.
3. etw. bindend (1 b) zu etw. verarbeiten:
Tannengrün zu Kränzen v.
4.
a) [zu einem Ganzen] zusammenfügen:
zwei Bretter [mit Leim, mit Schrauben] miteinander v.;
zwei Schnüre durch einen/mit einem Knoten [miteinander] v.;
b) zusammenhalten:
die Schraube, der Leim verbindet die beiden Teile [fest miteinander];
c) <v. + sich> (mit etw.) zusammenkommen u. dabei etw. Neues, einen neuen Stoff bilden:
beim Rühren verbindet sich das Mehl mit der Butter;
die beiden Elemente verbinden sich nicht miteinander (Chemie; gehen keine chemische Bindung ein).
5.
a) (zwei voneinander entfernte Dinge, Orte o. Ä.) durch Überbrücken des sie trennenden Abstands zusammenbringen, in engere Beziehung zueinander setzen:
zwei Gewässer durch einen Kanal, zwei Orte durch eine Straße, zwei Stadtteile durch eine Brücke, zwei Punkte durch eine Linie [miteinander] v.;
b) eine Verbindung (4 a) (zu etw.) darstellen:
ein Kabel verbindet das Gerät mit dem Netz;
ein Tunnel verbindet beide Flussufer [miteinander].
6. durch Herstellen einer Telefonverbindung in die Lage versetzen, mit jmdm. zu sprechen:
würden Sie mich bitte mit Herrn Meier, mit dem Lohnbüro v.?;
<auch ohne Akk.-Obj.:> ich verbinde;
[Entschuldigung, ich bin] falsch verbunden.
7. <v. + sich> mit etw. zusammenkommen, zusammen auftreten [u. dabei zu etw. Neuem werden]:
bei ihm verbanden sich Wagemut und kühle Besonnenheit;
damit sind große Probleme verbunden;
das dürfte mit einigen Schwierigkeiten verbunden sein;
die damit verbundene Mühe.
8. etw., was als das eigentlich Wesentliche hervorgehoben wird, mit etw. anderem als günstiger od. korrigierend-ausgleichender Ergänzung verknüpfen:
das Angenehme mit dem Nützlichen v.;
der Ausflug ist mit einer Besichtigung der Marienkirche verbunden.
9.
a) die Grundlage einer Beziehung zu jmdm. sein:
mit ihm verbindet mich/uns verbindet eine enge Freundschaft;
mit den beiden verbindet sie nichts [mehr];
<auch ohne Akk.-Obj.:> gemeinsame Erlebnisse verbinden;
die Musik als verbindendes Element zwischen den Völkern;
<oft im 2. Part.:> er war ihr, der Familie freundschaftlich verbunden;
b) (geh. veraltend) zu Dankbarkeit verpflichten.
10. <v. + sich> sich (zu einem Bündnis, einer Partnerschaft o. Ä.) zusammentun:
die beiden Parteien haben sich [zu einer Koalition] verbunden;
sich mit jmdm. ehelich v.
11.
a) in einen [assoziativen] Zusammenhang (mit etw.) bringen:
jeder von ihnen verbindet mit diesem Bild, Wort etwas anderes;
b) <v. + sich> mit etw. in einem [assoziativen] Zusammenhang stehen:
mit diesem Namen, dieser Melodie verbinden sich [für mich] schöne Erinnerungen.

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ver|bịn|den <st. V.; hat [mhd. verbinden, ahd. farbintan]: 1. a) mit einem ↑Verband (1) versehen: [jmdm., sich] eine Wunde v.; jmdm., sich den Fuß v.; Elli holte dann Salbe und verband ihm die zerfressenen Hautstellen (Ossowski, Flatter 166); mit verbundener Hand; <auch ohne Akk.-Obj.:> er hat sich in den Fuß gehackt, sodass viel Blut herauskam ... ich musste viel v. (Wimschneider, Herbstmilch 60); b) (bei jmdm.) einen ↑Verband (1) anlegen: sie verband den Verletzten, sich [mit einem Streifen Stoff]. 2. eine [Art] Binde vor, um etw. binden, um auf diese Weise eine Funktion o. Ä. einzuschränken od. unmöglich zu machen: jmdm. die Augen v.; einem Tier das Maul v.; mit verbundenen Augen. 3. etw. bindend (1 b) zu etw. verarbeiten: Tannengrün zu Kränzen v. 4. (Buchw.) falsch ↑binden (5 d): ein Buch v. 5. a) [zu einem Ganzen] zusammenfügen: zwei Bretter [mit Leim, mit Schrauben] miteinander v.; zwei Schnüre durch einen/mit einem Knoten [miteinander] v.; zwei [durch Lötung] miteinander verbundene Drähte; b) zusammenhalten: die Schraube, der Leim verbindet die beiden Teile [fest miteinander]; c) <v. + sich> (mit etw.) zusammenkommen u. dabei etw. Neues, einen neuen Stoff bilden: beim Rühren verbindet sich das Mehl mit der Butter; die beiden Elemente verbinden sich nicht miteinander (Chemie; gehen keine chemische Bindung ein); Allmählich verbanden sich die Ströme (flossen die Ströme zusammen) zu einer einzigen Flut (Ransmayr, Welt 163). 6. a) (zwei voneinander entfernte Dinge, Orte o. Ä.) durch Überbrücken des sie trennenden Abstands zusammenbringen, in engere Beziehung zueinander setzen: zwei Gewässer durch einen Kanal, zwei Orte durch eine Straße, zwei Stadtteile durch eine Brücke, zwei Punkte durch eine Linie [miteinander] v.; aus der Küche, die mit dem Raum durch eine Durchreiche verbunden war (Handke, Frau 32); b) eine ↑Verbindung (4 a) (zu etw.) darstellen: ein Kabel verbindet das Gerät mit dem Netz; ein Tunnel verbindet beide Flussufer [miteinander]; Ü Er bietet uns nur die ... Kommentare anderer und verbindet sie mit einigen dürftigen Bemerkungen (Reich-Ranicki, Th. Mann 262); ein paar verbindende Worte sprechen. 7. durch Herstellen einer Telefonverbindung in die Lage versetzen, mit jmdm. zu sprechen: würden Sie mich bitte mit Herrn Meier, mit dem Lohnbüro v.?; <auch o. Akk.-Obj.:> ich verbinde (stelle die gewünschte Telefonverbindung her); [Entschuldigung, ich bin] falsch verbunden (ich habe mich verwählt, bin durch einen Fehler mit Ihnen verbunden worden). 8. <v. + sich> mit etw. zusammenkommen, zusammen auftreten [u. dabei zu etw. Neuem werden]: bei ihm verbanden sich Wagemut und kühle Besonnenheit; damit sind große Probleme verbunden; das dürfte mit einigen Schwierigkeiten verbunden sein; dieser Posten ist mit viel Ärger verbunden; die damit verbundene Mühe. 9. etw., was als das eigentlich Wesentliche hervorgehoben wird, mit etw. anderem als günstiger od. korrigierend-ausgleichender Ergänzung verknüpfen: das Angenehme mit dem Nützlichen v.; eine schillernde Persönlichkeit, die Charme mit Intelligenz zu v. weiß (Reich-Ranicki, Th. Mann 196); der Ausflug ist mit einer Besichtigung der Marienkirche verbunden. 10. a) die Grundlage einer Beziehung zu jmdm. sein: mit ihm verbindet mich/uns verbindet eine enge Freundschaft; mit den beiden verbindet sie nichts [mehr]; So werden wir über die Art der Beziehung, die diese beiden Halbwüchsigen miteinander verbindet, ... unterrichtet (Reich-Ranicki, Th. Mann 95); <auch o. Akk.-Obj.:> gemeinsame Erlebnisse verbinden; <oft im 2. Part.:> er war ihr, der Familie, dem ganzen Haus freundschaftlich verbunden; b) (geh. veraltend) zu Dankbarkeit verpflichten: Sie würden mich [Ihnen] sehr v., wenn Sie meiner Bitte entsprächen; <meist nur noch in der formelhaften Verbindung:> ich bin Ihnen [dafür, deswegen] sehr verbunden (ich bin Ihnen [dafür] sehr dankbar). 11. <v. + sich> sich (zu einem Bündnis, einer Partnerschaft o. Ä.) zusammentun: die Sozialisten haben sich mit den Kommunisten [zu einer Koalition] verbunden; sich mit jmdm. ehelich v.; Er hat sich einer jungen Frau verbunden (Strauß, Niemand 202); Zu sehr ist sie mit Ingo, ihrem neuesten Freund, verbunden (Freizeitmagazin 26, 1978, 10); Ü Die Technik verbindet sich mit jeder Macht, die ihr die Realisierung ermöglicht (Gruhl, Planet 247). 12. a) in einen [assoziativen] Zusammenhang (mit etw.) bringen: jeder von ihnen verbindet mit diesem Bild, Wort etwas anderes; b) <v. + sich> mit etw. in einem [assoziativen] Zusammenhang stehen: mit diesem Namen, dieser Melodie, verbinden sich [für mich] schöne Erinnerungen; der Aufstieg des Unternehmens ist eng mit seinem Namen verbunden; Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bleibt mit dem deutschen Namen verbunden (R. v. Weizsäcker, Deutschland 23).

Universal-Lexikon. 2012.

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